… oder: Wenn dein Papier deinen Stift nicht mag.
Ich liebe Notizbücher! Insbesondere schöne Notizbücher. Nicht, dass ich sie zwingend brauche, aber ich besitze sie gerne und die meisten davon benutze ich sogar (bis auf einige Exemplare, die immer erst im Schrank “reifen” müssen, bis sie mir nicht mehr zu Schade zum vollkritzeln sind. Dabei gibt es doch nichts Tolleres, als dauernd etwas in sein ehemals leeres Notizbuch zu kritzeln, bis es irgendwann komplett voll ist.
Es begann damit, dass ich irgendwann angefangen habe die wild herumfliegenden Gedicht-Zettel ordentlich zu sammeln, ins Reine zu schreiben und mit Nummern zu versehen. Die einzige Regel für die Gedicht-Notizbücher war die Farbe blau.
Es sind drei vollgeschriebene Bücher geworden mit fast 150 Gedichten und 1-2 angefangenen Fantasy-Geschichten. Das Meiste davon nötigt mich zu einem peinlich berührtem Augenrollen vor lauter Teenie-Drama-Depri-Kitsch, aber wegschmeißen kann ich sie auch nicht. Die wird niemals jemand lesen, aber sie müssen halt dennnoch irgendwo stehen. Das gehört so.
Irgendwann hörte meine “lyrische Phase” vorübergehend auf, und ich nutzte Notizbücher in allen Farben zum notieren und skizzieren von Terminen, Ideen, Gedanken, ToDo-Listen und anderem Unfug. Leider kollidiert hier die eine Liebe mit einer anderen, denn neben den Notizbüchern gehört mein handschriftliches Herz dem Füller.
Kulis schreiben nicht schön und verkrampfen die Hände, Bleistifte werden zu schnell stumpf und Filzstifte und Marker sind auf Dauer auch nicht das Wahre. Aber Füller! Füller sind wunderbar! Ich besitze selbst nur drei Stück: meinen alten, gelben Lamy-Füller aus der Schule (der zur Zeit aber irgendwie verschollen ist), einen einfachen Holz-Füller (den ich vorübergehend meiner Mutter vermacht habe) und einen ganz schlichten, silbernen Waterman-Füller. Irgendwann (wenn ich eine kauzige, reiche Alte mit hundert Katzen in einem Hutzelhäuschen bin) werde ich hochwertige und tolle Füller sammeln und jeder wird eine Geschichte haben und ich werde ganze Bücher von Hand schreiben. Einfach, weil es so schön ist.
Leider ignorieren die meisten Notizbuch-Hersteller diese Tatsache und benutzen Scheiß-Papier in ihren Notizbüchern, so dass meine Tine entweder direkt auf die nächste Seite durchschlägt, nicht trocknen will oder sonst irgendwelche unpraktischen/unschönen Nebenwirkungen entwickelt. Irgendwann kam mir der Gedanke ich könnte mir ja mal ein Moleskine gönnen, die sind ja schließlich so hip, toll und teuer, dass ich da sicher total super mit Füller reinschreiben kann. Ein Blick in die Amazon-Bewertungen war aber sehr ernüchternd. Ein anderer Tinten-Liebhaber verriet dort, dass man Füller bei Moleskine leider vergessen kann. Blöd.
Also habe ich ein wenig herumgesucht und bin schließlich auf den “Kompagnon” von Brunnen gestoßen. Ein schlichtes, schwarzes Notizbuch (blanko, liniert oder kariert) mit Gummiband-Verschluss und Stifthalter an der Seite. Mag sein, dass es noch bessere Modelle für Füllerschreiber gibt – aber es ist zumindest das Beste, das mir bisher unterkam.
Ein kleiner Aufruf!
Liebe Leser, Zufallssurfer und Hersteller von Füllern, Tinten, Papier und Notizbüchern: Welche Papiere und Notizbücher könnt ihr mir empfehlen um meine Sucht auch weiterhin zu befriedigen? Gibt es noch andere brauchbare Modelle oder bin ich für den Rest meines Lebens an den Kompagnon gebunden (was nicht soo schlimm wäre, ich mag ihn ja – nur auf Dauer wäre mir das wohletwas zu eintönig).
Ich würde mich sehr über Feedback, Tipps und Erfahrungen freuen! Hier per Kommentar, per Mail oder auf Facebook, Google+, Twitter oder sonstwo – ihr findet mich schon! :)
Die Produktlinks sind übrigens Amazon-Links. Ich wollte es nur gesagt haben.





9 Kommentare
Jakub schrieb:
16. Apr. 2012
Ja, das mit dem “im Schrank reifen” … kenn ich auch. Habe so zwei hübsche Leder Notizbücher, die ihc mir irgendwann mal geholt habe, weil sie so toll waren. Aber die sind mir viel zu schade um da reinzukritzeln. Ich wollte sie mir aufheben, um sie als Reisetagebuch oder so zu verwenden. Nun ist das in den letzten Jahren nix mit Reisen geworden. Naja mal schauen :P
Ansonsten habe ich die von Moleskine, nicht wirklich weil sie super Hip sind. Ich wusste gar nicht warum die so Hip sind und dass es die überhaupt gibt, bis ein Freund mir die empfohlen hat. Sind halt einfach schlicht und praktisch. Mit einem Füller habe ich da aber noch nie reingeschrieben. Ich habe glaube ich seit der 6ten Klasse keinen Füller mehr in der Hand gehabt. Ich schreibe meistens mit so Pigment Linern von staedtler oder kullis. Wenn ich mal einen Füller finde, werd ich mal was rein kritzeln. Dann kann ich dir auch sagen, ob die Moleskins dafür zu gebrauchen sind. Aber da das Papier recht dünn ist, glaube ich es jedenfalls nicht.
Simone schrieb:
16. Apr. 2012
Na, wenigstens bin ich nicht alleine mit den “zu-Schade-Büchern”. ;)
Ja, das mit den Moleskine las sich ja auch bei Amazon schon so.
jakub schrieb:
16. Apr. 2012
Also ich habe es mal getestet. Tinte. Tinte everywhere… nach Gefühlten 100 Jahren wieder mit Füller zu schreiben war seltsam. Wie das erste mal Sex. Nagut. So ähnlich. Eher nicht. Egal.
Ehhhh… also ich fands gar nicht so schlimm. Es scheint auch gar nicht so stark durch. Das sah mit schwarzem Fineliner schon schlimmer aus. Wenn die Seite anliegt, sieht man halt schon leicht dass was auf der anderen Seite steht, aber naja.
Der Füller ist auch recht dick von der Linienstärke und gibt ziemlich viel Tinte ab, wie ich finde. Aber schau selbst:
http://i.imgur.com/oitpv.jpg
http://i.imgur.com/oVPRk.jpg
Simone schrieb:
16. Apr. 2012
Wie war das mit dem Trocknen? Musstest du Pusten oder ging das so fix, dass du gleich hättest zuklappen können?
jakub schrieb:
17. Apr. 2012
Also direkt zuklappen geht nicht. Ich muss schon etwas warten. ~5+ Sekunden. So schnell trocknet da die Tinte nicht. Könnte aber auch am Füller bei mir liegen. Der ist recht dick von der Linienstärke und somit kommt auch immer recht viel Tinte raus.
Optimal ist der Moleskine nicht. Aber … ich sag mal brauchbar. Musst du halt schauen obs sichs für dich mehr lohnt als der Kompagnon.
btw.: mit füller schreiben ist ja echt toll *_*
To schrieb:
16. Apr. 2012
Ich hab auch ein altes blaues Augenroll-Notizbuch! (und viele viele andere in anderen Farben…)
Und einen alten weißen Lamy-Füller, den ich liebe!
Außerdem plane ich ebenfalls eine kauzige reiche Alte mit 100 Katzen im Hutzelhäuschen im Wald zu werden, wie wär’s mit ner WG? :-)
Mein Tipp für ultimative Notizbücher: selber binden mit gutem Papier. Ist gar nicht so schwierig!
Simone schrieb:
16. Apr. 2012
Lustigerweise habe ich grade heute Morgen eine Anleitung zum Bücher binden gefunden! ;) Und das mit der WG behalten wir mal im Auge …
Kirsti schrieb:
16. Apr. 2012
Das Problem mit den Füllern kenne ich, ich schreibeauch vieeel lieber mit Fülleralsmit Kuli, aber die billigen Notitzbücher, die ich benutze, spielen da nicht mit. Wenn dir das teure zu trist ist, mach doch eine schöne Bücherhülle drum, habe ich mit meinem auch gemacht.
LG Kirsti
Andy schrieb:
17. Apr. 2012
Strange. Ich kauf mir fürs Büro seit ca. drei Jahren nur Moleskine Bücher (die im Schreibwarenschrank liegenden 08/15 Blöcke find ich irgendwie doof) und schreibe auch so gut wie ausschließlich mit Füller und Konverter. Als Tinte nehme ich das gewöhnliche Königsblau von Pelikan und hatte noch nie Probleme mit der Saugkraft des Papiers, und ich gehe mit den Notizbüchern auch nicht schonend um, lasse Tinte nicht bewusst trocknen etc.
Über Moleskine kann ich also nichts schlechtes sagen.
Wobei, ich hatte von einem Dienstleister von uns mal einen sehr netten Block aus extrem klasse Papier… das war schon eine andere Liga, der hat die Tinte förmlich aus dem Füller gesogen.