Die erste Tanzlehrerin …

Was mich (vermutlich nicht nur mich) auf Facebook nervt sind Dinge wie: „Schon gewusst?! Jeder Mensch hat mindestens eine Nase im Gesicht und meist mehrere funktionierende Finger! Wenn du selbstständig in der Nase bohren kannst, poste diesen Text/Bild/Video/Pups auf deinem Profil.“

Ja, ich gestehe … ich habe so etwas ja auch schon mal weitergepostet. Schande über mich! Aber vor ein paar Tagen begegnete mir ein Text, den ich nicht stumpf weiterposten wollte, der mir aber dafür ein paar Zeilen in meinem Blog wert war.

Auf dem Profil einer befreundeten Tänzerin las ich:

The first dancing teacher is often conspicuously absent in a dancer´s bio, in favour of more famous names with more supposed recognition value. Yet your first teacher has shaped you in many ways. No matter what you may think of their ability now that you´re grown up and evolved, they have sparked in you the desire to dance and set you off on a fascinating journey.
If you remember your first teacher fondly, copy this into your status!

Ob ich mich erinnere? Aber ja! Und ich meine jetzt nicht meine jetzige (und nach vielen, vielen Jahren wieder erste) sondern um die tatsächlich allererste Tanzlehrerin, der ich begegnet bin – als Kind. Sie hieß Frau Brown und unterrichtete Ballett im alten Schulgebäude in dem Dorf meiner Oma. Ich war in meiner Gruppe die Älteste und Ruhigste, aber dafür am wenigsten lange dabei … das war mal ein Krampf, bis ich endlich zum Balettunterricht durfte! ;) Manchmal, wenn sie kurz aus dem Raum ist, hat sie mir die Verantwortung übertragen aufzupassen, dass der Rest nicht zu viel Unfug treibt. Ich glaube sie hatte hell-brünette bis dunkelblonde Haare und ich weiß noch genau, wie der Umkleideraum roch und die ganzen Fotos von Ihren Auftritten an den Wänden.

Ich weiß nicht, ob sie noch irgendwo unterrichtet (glaube es aber kaum) oder wo sie lebt. Ich habe auch keine Ahnung bis wann es die kleine Ballettschule in dem Dörfchen letztendlich gab. Und auch wenn es nur eine kurze Zeit war, auch wenn Sie es höchstwahrscheinlich nie lesen wird oder auch nur den Hauch einer Ahnung hat wer ich bin oder war: Danke! Das war toll und wichtig! Das klingt vielleicht seltsam, aber es hat etwas in mir zurück gelassen, dem Samen gesetzt für mehr, auch wenn das mehr noch sehr, sehr lange warten musste. :)

Lange konnte ich Ihre Schule nicht besuchen. Nach der Scheidung meiner Eltern war es zum Einen schwieriger dort hin zu kommen und zum Anderen, war ich damals auch viel zu bockig, habe alles und jeden gehasst und somit dann irgendwann nach ca. zwei Jahren auch leider das Tanzen aufgegeben. Und ich habe es bereut. Ja, sehr sogar! Vor Allem, weil ich kurz davor war in die Gruppe der „Großen“ zu dürfen. Manche von denen durften sogar schon Spitzentanz üben. Aber leider kam es ja anders. Andererseits … wäre es nicht anders gekommen, wer weiß wo ich dann heute wäre? Sicher nicht hier. Ich würde vielleicht immer noch tanzen, vielleicht sogar bedeutend besser. Vielleicht hätte ich aber auch irgendwann später die Lust und die Sehnsucht zu tanzen verloren … obwohl: Nein, eher nicht! Jedenfalls wäre ich nie im Saarland gelandet und wäre jetzt nicht in dem Tanzstudio, in dem ich bin. Und das wäre ja auch irgendwie schade. Nicht wahr?