Blogparade: Saarländer im Glück! Oder?

Saarbrücke in Saarbrücken

Es gibt eine Saarland-Blogparade von Saar-Scene und ich bin einfach mal so frei als Zugezogene, die hier aber schon eine ganze Weile lebt, auch meinen Senf dazu abzugeben.

Wie glücklich und zufrieden fühlst du dich im Allgemeinen in der Region?
Ganz okay, es hat mich bekanntlich über Umwege hierher verschlagen und mittlerweile mag ich es hier auch ganz gerne. Aber ich vermisse, dass alles so weit weg ist. Nicht nur Zuhause und meine Familie und alte Bekannte, sondern gefühlt auch der Rest der Welt. Immer, wenn ich etwas bestimmtes machen möchte, geht das fast überall – nur nicht im Saarland. Und größere Städte auf die man für so etwas zurückgreifen könnte sind auch meistens ewig weit weg. Gefühlt ist das Saarland (für mich) manchmal ein wenig zu provinziell, nur ohne richtige Dörflichkeit (gibt es bestimmt auch, nur nicht dort, wo ich bisher gewohnt habe). Nichts Halbes und nichts Ganzes – kein Dorf, aber irgendwie auch zu winzig für ein „große-Stadt“-Gefühl und der Rest der Welt scheint oft unfassbar weit weg zu sein.
Was mich aber gehalten hat, sind die Menschen, die ich hier mittlerweile sehr lieb gewonnen habe und auch nicht mehr missen möchte!

Wie empfindest du hier die Arbeitssituation/Studiermöglichkeiten/Chancen zur Selbständigkeit/etc.?
Alles in Allem ganz gut, wobei man oft den Eindruck hat, dass bei eingefleischten Saarländern „Fremde“ (zumindest neue Fremde, ich bin ja jetzt schon eine ganze Weile hier unterwegs) nicht immer so besonders hoch im Kurs stehen, was für frisch zugezogene doch sehr frustrierend sein kann.
Zitat einer Dame auf dem Arbeitsamt ca. 2 Monate nachdem ich ins Saarland gezogen bin: „Was? Sie kennen keinen? Und sind noch nicht einmal von hier!? Vergessen Sie es, Sie stellt hier niemals jemand ein!“ – kein Witz übrigens, das ist der Original-Wortlaut! Doch sie irrte sich, so ein paar Leute mochten mich etwas später sehr wohl einstellen! ;)

Welches deiner Hobbies kann man toll nachgehen, welches weniger?
Anfangs suchte ich einen Ballett-Wiedereinsteiger-Kurs für Erwachsene, ähnlich dem Kurs, in den ich kurz vor meinem Umzug „zuhause“ schon Mal kurz begonnen hatte. Alles was ich fand, waren jedoch ziemlich schnippische Antworten von hier ansässigen Ballettschulen, die meine Anfrage wohl für einen Witz hielten und mir zu verstehen gaben, dass ich ihre Zeit beser nicht verschwenden sollte, wenn ich kein Kind hätte, welches ich zu ihrem Unterricht anmelden möchte. Ein paar Jahre später entschied ich mich für eine neue Suche nach Tanzangeboten und war sogar bereit mich mit „Bauchtanz“ anzufreunden. Ein Glück! Denn über meine Bauchtanz-Suche stieß ich auf Tanja, die über ihre Internetseite „Gothic-Bauchtanz-Unterricht“ anbot.
What!? Gothic-Bauchtanz? … *google* … *youtube* … *ausflipp*
Seit dem ist alles rum – denn seit diesem Zeitpunkt (bzw. seit dem, an dem der nächste Kurs startete) bin ich wohl Bauchtänzerin und seit neuestem Möchtegern-Poledancerin (meine Spezialität ist nach wie vor die Figur „nasser Sack“, aber Spaß macht es trotzdem). Ich besuche nicht mehr nur den Unterricht, sondern trete auf – zusammen mit den Kursen die ich besuche, manchmal auch alleine oder wie jetzt Anfang November in Trier in einem Duo mit Tanja.
Sehr schade ist nur, dass es aufgrund der geringen Nachfrage oft so schwer ist tolle Tanzdozentinnen von weiter weg für Workshops hierher zu bekommen. Und wenn man woanders Workshops besuchen möchte … fährt man mal wieder durch die halbe Republik!

Falls du wegziehen solltest, es schon bist oder sogar wieder zurück ins Saarland gekommen bist: Was würdest du am meisten vermissen? /Was vermisst du am meisten?/Was hast du am meisten vermisst?
Meine Lieben hier!