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wtf

aka. Wer bin ich und was mache ich eigentlich hier?
Ich wollte ja unbedingt studieren. Dann habe ich angefangen. Jetzt habe ich den Salat. Nennen wir ihn den „Das Grauen vor der ersten Prüfung-Salat an WTF-Soße“.

Ein Teil der Prüfung besteht aus den Punkt der „individuellen Positionierung durch Beschreibung des künstlerischen Anliegens auf eine Stilrichtung, Künstlergruppe oder einzelne Künstler bezogen“. Na tolle Wurst! Ich soll mich einsortieren. Das kann ich bekanntlich so außerordentlich gut. Ich kann nichtmal die Frage welche Musik ich gerne höre auch nur annähernd eindeutig beantworten, und nun soll ich mich in einem Gebiet einsortieren, in dem ich mir stellenweise noch vorkomme wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ich soll Analogien finden zu anderen Künstlern. Ja, die meinen richtig echte Künstler. Solche, die richtig echte Kunst machen! Zwar gewöhne ich mich langsam an den Gedanken, dass „Kunst“ kein schillerndes Phantom aus heiligen Höhen ist, sondern einfach, echt und wahr … doch mich plötzlich irgendwo hinzustellen und mit Leuten zu vergleichen, die sich aus irgendwelchen Gründen zumindest schon einen Namen gemacht haben, ist dann doch noch eine andere Geschichte. Aber solange es nur um die Traute ginge sich so etwas zu wagen, wäre der Käse ja schnell gegessen. Doch die schlichte Einordnung macht mir einfach tatsächlich am Meisten zu schaffen.

Dann google halt schnell!
Ha ha, sehr witzig! Wie soll man so etwas denn googlen? Suche: „Künstler die malen wie ich“ oder vielleicht „andere Spinner, die auch so ticken“ oder „bildende Künstler, die sich nicht festlegen können“? Auch der lustige Tipp die Bildersuche zu benutzen ist eher semioptimal, denn mit dem Kunstverständnis vom großen G ist es leider nicht sehr weit her. Es finden sich Bilder die von Form und Farbe irgendwie ähnlich sind, aber das war es auch. Und selbst wenn man auf diesem Wegen auf etwas halbwegs Brauchbares stößt, dann passt es auch nur zu dem einen Bild, welches man als Such-Referenz benutzt hat.
Und überhaupt unter all den Experimenten und Spielereien … welche Werke, sollten bei der Beantwortung einer solchen Frage zu Grunde legen? Diese Frage sollte ich wohl zuallererst klären, bevor ich mich weiteren Nachforschungen widme.

Sag doch einfach wen du bewunderst!
Ja gerne! Aber hat das dann wirklich etwas mit „meinen Sachen“ zu tun? Es gibt so viele Künstler, die ich sehr bewundere. Viele davon kommen aus dem großen, bunten Dada/Surreal/Weird-Stuff/Skurriles-Karton. Doch gerade in der letzten Zeit (was aber auch der Themenauswahl innerhalb des Studiums geschuldet ist, ist von solchen Einflüssen nicht wirklich etwas zu sehen. Ich müsste wohl Künstler finden, deren „Handschrift“ in irgendeiner Beziehung meiner ähnelt. Zwar sagen andere immer mal wieder, man könne erkennen was von mir ist, weil es eben meine Handschrift trägt. Aber mir fehlt noch der finale Geistesblitz, der mir die Essenz meiner eigenen Handschrift offenbart.

Beim Tanzen ist das doch auch nicht so schwer!
Richtig, denn da weiß ich auch wo ich stehe. Ich habe einen Fixpunkt von dem ich ausgehen und mich weiterhangeln kann (in diesem Fall eben Bauchtanz). Ich kann mehr oder weniger einschätzen wo welche Einflüsse herkommen, kenne mich und meine Bewegungen. Ich kenne meine Macken und ich kenne meine Stärken (auch wenn ich mir die oft nochmal aktiv ins Gedächtnis rufen muss). Soviel zu „Performing Arts“. Doch sobald es um bildende Kunst geht, habe ich statt eines Fixpunktes zum weiterhangeln ein blinkendes Fragezeichen, welches lustig durch die Gegend hopst.

Und nun?
Ziehe ich mich ins (asteresk inspirierte) Stirnhirnhinterzimmer* zurück und sinniere über Form, Farbe, Intention, Ausdruck und Priorität. Fall es jemand bis hierher lesenderweise ausgehalten hat, herzlichen Glückwunsch und vielen Dank fürs Mitlesen. Eigentlich soll mir dieser Text nur beim Denken helfen und ist außerhalb dieses Kopfes und dieses Kontextes wohl ziemlich uninteressant. Aber ich freue mich über Kommentare voller Mitleid, Ideen und Unfug. Falls sich jemand dazu berufen fühlen sollte.

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*ich meine das da, aber eigentlich habe ich dort auch nur das Wort geklaut.