Wolkenträumer

Der Punk unter den Kleiderhaken In diesem Kopf ist es manchmal sehr einsam. War es schon immer. Bleibt es vielleicht auch immer.

Irgendwann steckten große Menschen einen kleineren Menschen in einen Kindergarten, wie man das eben mit Kindern so tut.

Während alle anderen humanoiden Zwerge sich aufeinanderstüzten, tobten und spielten, saß ein einzelnes Kind am Rand, fummelte mit irgendeinem Ding ein wenig vor sich hin, sah zu wie die Anderen spielten und träumte einfach.

Regentropfen, die die Scheibe herunterrinnen. Wasser auf der Straße. Der Wind in den Bäumen. Vorbeiziehende Wolken.

Was? Der Tag ist schon rum!? Wie konnte das passieren?

Es träumt noch heute verloren in den Tag hinein, vorbei an anderen Gestalten, vorbei an geschehen, vorbei an der Welt. Zwischendurch immer wieder mal im Jetzt. Die Menschen immitierend … Mimikri … zur vorübergehenden Kontaktaufnahme. Ein kleiner Tanz, und schon verschwindet es wieder zwischen den Wolken. Träumt und beobachtet aus der Ferne. Sieht zu wie die kleinen Menschen groß werden, wie sie weiterhin wuseln, plappern, spielen – nur eben andere Spiele.

Fremde, unverständliche Spiele, doch mit anscheinender Leichtigkeit. Wortpingpong. Interaktion. Smalltalk. Menschenspiele … Beobachten. Analysieren. Doch mitspielen? Mimikri. Mauer. Zurück in die Wolke.

Gefangen im Kopf dieses kleinen Menschen, der aus unerfindlichen Gründen nun ein großer Mensch zu sein scheint (wann das passiert ist, wie und warum … das weiß niemand so genau). Niemand kommt hinein und keiner findet heraus. Dort kann es einsam sein, hinter dieser Tür ohne Schloss, ohne Schlüssel und ohne Klinke.