Wohin des Wegs?

Oft ist es, als würdest du ziellos durch eine wildgewachsene Wiese streifen, ohne Sinn und ohne Richtung. Hier blüht es besonders hübsch und dort duftet es so toll! Zick-Zack, vor, zurück und ein paarmal im Kreis. Du ignorierst eventuelle Trampelpfade und Straßen die dir unterwegs begegnen (manche davon erscheinen aber auch wirklich finster und unsympathisch) und bleibt dabei, kreuz und quer durch das hohe Gras zu rennen.

Ab und an kommen Leute vorbei, nehmen einen Weg und verschwinden wieder. Früher rannten viele wie du durch die Wiese und huschten von Blume zu Busch, auf der Suche nach allem und nichts. Doch entweder, sie verschwanden über einen der Wege oder sie sitzen nur leblos noch auf einer Stelle. Still in einem langsamen aber unaufhaltsamen Versteinerungsprozess gefangen. Du bist alleine zwischen Steinen und Erinnerungen. Kaum jemand kennt noch diesen Ort, kaum jemand findet dort hin.

Panisch schaust du dich um. Wo führten all die Pfade und Wege noch einmal hin? Du hast es vergessen und die Wegweiser sind mit der Zeit verblichen. Du denkst: „Irgendwo muss ich doch lang gehen! Irgendwo muss ich doch ankommen!“ – Alles! Nur nicht versteinern wie die armen leblosen Geister die an diesem Ort noch übrig sind. Also rennst du wieder im Kreis, nur hast du keine Augen mehr für die Blumen und Büsche. Du läufst von Weg, zu Pfad, zu Stein, zu Straße und versuchst Markierungen und Hinweise zu entdecken, welches die richtige Richtung ist um diesen Ort zu verlassen. Denn einmal fort, wirst du nie mehr zurück finden.

(Flickr-Foto von Axel Hartmann)