Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg

Roller Girl - Be your own heroNachdem mir immer mal wieder jemand angeraten hat den Film anzuschauen, habe ich ihn nun endlich gesehen, als Begleitung zu meinem Kampf mit dem Rüschenmonster. Ich war ein wenig entsetzt wie einfach ich zu durchschauen bin, der Film ist wirklich ziemlich „etwas für mich“.

Die Story
Gelangweiltes Teenie-Mädchen (Bliss) wird von seiner übermotivierten Mutter von einem Beauty-Contest zum nächsten geschleift. Daddy hält sich da raus, er will keinen Streit mit seiner Frau. Vermutlich wünscht er sich eher einen Sohn, denn er beobachtet immer leicht sehnsüchtig seinen Nachbarn, der seinen Garten mit Schildern pflastert, welche die Erfolge seines Football-Helden-Sohnes rühmen.
Bei einem Shopping Trip mit der Mutter nach Austin (um neue Boots zu kaufen) entdeckt Page einen Flyer für ein Roller-Derby und steckt ihn ein, um später heimlich mit ihrer besten Freundin in die Stadt zu fahren und sich das Spiel anzusehen.
Es kommt wie es kommen muss, Bliss meldet sich ebenso heimlich für das Team an und schleicht sich unter einem Vorwand jede Woche zu den Trainings und den Spielen. Verliebt sich in einen Rockmusiker, der irgendwann kurz auf Tour muss. Selbstverständlich kommt das Team ins Finale und das findet ebenso selbstverständlich zeitgleich mit dem wichtigsten Schönheitswettbewerb statt (wer hätte es gedacht).

Die Schauspieler
Die Hauptrolle spielt Ellen Page, die sich ja schon in Inception, Hard Candy und nicht zuletzt Juno bewiesen hat. Außerdem ist sie irgendwie die perfekte Verkörperung eines latent angepissten Teenagers. Dann hätten wir noch Drew Barrymore (die hier auch Regie führt) als Team-Kapitän Smashley Simpson, eine bezaubernde Kristen Wiig als liebenswürdige Maggie Mayhem und Juliette Lewis als die meiste Zeit fast hassenswerte Chefin vom Konkurrenzteam (plus natürlich auch noch viele Andere, aber die zählen ich gewiss nicht alle auf).


Und sonst?
Der Herr des Hauses hat nicht wirklich mitgeguckt, aber ab und an mal auf die Mattschiebe gelinst und festgestellt, dass das wohl nichts für ihn ist. Es ist schon irgendwie ein „Mädchenfilm“. Ich meine: Teenie-Romanze, ein erwachsenwerdendes Mädchen vs. einen Haufen erwachsener Roller-Derby-Frauen, ein schwerer Mutter-Tochter-Konflikt. Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich ihn auch nicht sehen wollen. Hat aber keiner getan. Darum habe ich den Film geguckt und trotzdem fand ich ihn gut. Alles in Allem würde ich sagen: sehenswert!

Und wenn ich nicht so eine fürchterliche Mimose wäre … wenn ich die Eier dazu hätte … wenn ich nicht im Saarland leben würde … und wenn ich nicht eh schon mit Tanzen und anderem Kram völlig ausgebucht wäre … Wenn all diese „Wenns“ nicht wären, dann würde ich definitiv auch Roller-Derby spielen!