Museale Exkursionen

Frankfurt Städel Musem

Wie kann es sein, dass ich immer mal wieder vergesse, wie großartig Kunstausstellungen sind? Ja, die Bilder kann man auch so sehen. Im Internet, in Büchern oder sonstwo. Aber es ist bei weitem nicht das gleiche, wie vor so einem Werk zu stehen, die Pinselstriche zu verfolgen, die Schatten zu zählen und von der Tiefe der Farben in die Szenerie gezogen zu werden. Diese „echten“ Bilder haben eine Seele, die kein Foto und kein Nachdruck der Welt erfassen kann. In solchen Bildern steckt Kraft, Zeit, Arbeit, viele einzelne Handgriffe und noch irgendetwas nicht wirklich greifbares. Ob es wirklich da ist oder nur das Bewusstsein spiegelt, dass jemand dort, vor womöglich vielen Jahren, Stunden und Tage einzelnen kleine Farbkleckse aufgebracht, verstrichen, gespachtelt und getupft hat, kann man kaum sagen.

Trotzdem hat es bei vielen Kunstwerken fast etwas Magisches, davor zu stehen und die Zeit aufzusaugen, durch welche diese Leinwand getragen wurde, um nun in irgendeinem Museum, zwischen vielen anderen, von Kunstwissenschaftlern, Schulklassen, Pseudo-Intellektuellen und anderen Besuchern gelangweilt angeschaut, belächelt, bewundert oder angeschmachtet zu werden.

Warum ich jetzt darauf komme? Wir waren vergangene Woche im Museum. Die „schwarze Romantik“ – gerade auf den letzten Drücker kurz bevor die Ausstellung in Frankfurt endgültig Ihre Pforten schloss. Eine wirklich großartige Zusammenstellung an Kunstwerken, die auch jeden weiteren Weg wert gewesen wäre. Wer es nicht gewesen wäre und zufällig demnächst in der Nähe von Paris residiert, sollte das unbedingt nachholen, es lohnt sich!

Was habe ich bei diesem wunderbaren Ausflug gelernt?

  1. Ich muss so etwas öfter tun. Viel, viel öfter!
  2. Wir sehen sehr gefährlich aus (anders lässt es sich nicht erklären, dass uns einer der Securitys in jeden einzelnen Raum verfolgt hat).
  3. Nervige Schüler, die keinen Bock haben sind nervig.
  4. Alte Stilleben können sehr verstörend sein (dank zahlreicher toter Tiere und kopulierender Spatzen auf vegetarischen Buffets).
  5. Es gab eine Zeit, in der Frauen ihre Brüste aus Sittlichkeitsgründen im Miniaturformat auf dem Schlüsselbein gewachsen sind.
  6. Wenn ich mich spontan in ein Bild verliebe ist es garantiert absolut unmöglich auch nur irgendwo auf der Welt einen Kunstdruck davon zu kaufen. Das ist sehr traurig!

Und zum Thema Kunstdruck: Falls jemand von euch, jemals irgendwo das „Idol der Perversität“ von Jean Delville als Poster zu kaufen sieht: Bitte, bitte, bitte sagt mir unbedingt Bescheid! ;)

Und ein Dank an die zwei lieben Mitfahrer! <3

Nachtaufnahmen Frankfurt