Krampfhaft etwas Großes schaffen oder loslassen und Fliegen?

What to do!?Wir alle rennen und rennen durch das Leben. Schneller, höher, weiter: Jeder muss der Beste sein! Wir erlauben uns nicht, einfach irgendwas zu machen. Nicht mal wenn es gut wäre, nicht mal wenn es uns glücklich machen würde. Wir müssen immer Sieger sein. Immer Erster!

Doch das geht nicht. Es kann nicht jeder immer Erster sein, dann gibt es keinen Zweiten mehr, keinen Dritten, Vierten, Fünften und so weiter. Nicht jedes Vorhaben muss gleich die ganze Welt verändern. Es muss nicht immer das beste und neueste Ding der Welt sein. Manchmal ist es auch einfach okay, wenn es „nur“ okay ist! Manchmal ist es sogar okay, wenn es scheiße ist! Nur manchmal vergessen wir das eben.

Wir rennen immer weiter, immer auf Sieg getrimmt. Wie im Wahn, suchen wir das „Bedeutsame“ das wir erschaffen wollen, die großen Ziele, die wir erreichen wollen. Was nicht Nummer 1 ist, ist schlicht nicht gut genug. Wer nicht gewinnt, hat versagt. Schwarz und Weiß – wobei es nur einen winzigen weißen Punkt und ein Meer aus Schwarz gibt, in dem wir so nach und nach ertrinken.

Was fehlt, ist ein Leben im fröhlichen Grau. Oft muss es nämlich gar nicht der Komplettsieg sein. Und selbst wenn – lässt sich dieses ferne Ziel ohnehin kaum erreichen, wenn man es mit Gewalt versucht. Ich kann abspringen mit zwei Optionen: Gewinnen oder verlieren!

Oder aber ich scheiße auf diese zwei festgelegten Optionen! Ich muss gar nicht dort landen, wo der Sprung hinzielte. Ich baue mir Flügel und schaue was passiert. Vielleicht fliege ich dann, vielleicht falle ich – vielleicht lande ich aber sogar irgendwo. Wo? Das wissen nur die Flügel und der Wind. Und sind Flügel mit Freiheit und einem offenen Ziel nicht um Welten besser, als ein einziger Sprung mit einer maximalen Wahrscheinlichkeit hart auf dem nackten Boden aufzuschlagen?