Impressioblabla Gedankenhaufen

Gehirnkirmes

Ich habe jetzt eine ganze Zeit lang immer mal wieder versucht mit einer rein impressionistischen Grundhaltung zu arbeiten. Das war spannend und insbesondere auch anstrengend. Darum muss ich kurz einige unsortierte Gedanken dazu festhalten und weiterführen.

Es ist ungewohnt, im Grunde einfach dazusitzen und abzuwarten. Anfangs eigentlich ganz entspannend, aber ich glaube ich mache lieber, anstatt nur zu beobachten was da kommt und passiert. Nur ein wenig mit Pinsel und Farbe herumzuspielen, aber das Material die eigentliche Arbeit machen zu lassen ist nunmal sehr antiaktiv. Ganz schlicht Impulse aufnehmen von Farbe, Papier und Umwelt und diese weiterzuspülen wie ein löchriger Filter. Hier und da ploppt eine bewusste oder unbewusste Einflussnahme auf das Geschehen auf und wird bald wieder weggeschickt …

Impressionistischer Asthmaanfall
Stellt euch vor, ich würdet immer nur einatmen und versuchen die Ausatmung zu unterdrücken. Irgendwann ist so viel Pinselstrich „eingeatmet“, dass kein Platz mehr ist. Beinahe wie ein willentlich herbeigeführter künstlerische Asthma-Anfall* … schleichend, aber mächtig baut sich ein riesiger Druck auf, den man wahlweise partiell und gesteuert entladen kann oder aber immer wieder Risse im Zurückhaltungsdamm verursacht. Durch diese Risse sickert immer wieder etwas heraus und irgendwann bringt der Damm, um alles mit Farbe zu fluten. Ich gebe zu, dieser Absatz ist vermutlich schwer nachzuvollziehen.

Ein Blick in die Kristallkugel
Besonders spannend wird es aber auch, wenn man Farbe und Papier einfach mal machen lässt, sich versucht völlig rauszuhalten und dann plötzlich Dinge entstehen … Formen, Dinge, Wesen und Zusammenhänge auftauchen … Es hat etwas von einer Art Divinationstechnik (also Wahrsagerei). Natürlich meine ich hier keine Fidi-Fidi-Zukunftsvorhersagen-Totenreichskommunikations-Weissagerei. Nur von irgendwo kommen an irgendeinem Punkt Bilder, genau wie in einer Kristallkugel, dem Kaffeesatz, Rauchschwaden oder Schäfchenwolken – wenn man denn lange genug hinsieht und es geschehen lässt.

Woher diese Bilder kommen, ist in dem Zusammenhang eigentlich auch völlig wurscht. Ob da jetzt unser Unterbewusstsein spricht, weil bestimmte neuronale Verknüpfungen getriggert werden, wir außerirdische Schwingungen wahrnehmen oder sich eine Eingebung von Cthulhu himself offenbart. Ob man das amüsant findet oder dem gleich eine tiefere Bedeutung beimisst bleibt auch jedem selbst überlassen. Vermutlich kann es nämlich auch alles sein, vom fantasievollen Spieltrieb des Gehirns bis zu lange vergessenen Themen, die so an die Oberfläche drängen. Wie ein Rohrschach-Test für Fortgeschrittene. Wie Wolken beobachten mit selbstgemachten Wolken. ;)

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*Jaaaa ich weiß,wie überzogen das ist.