Gothic Friday 09: Ist Gothic (D)ein Lebensstil?

Gothic Friday - Ist Gothic (d)ein Lebensstil? Ist Gothic ein Lebensstil?

Ich denke schon, für viele ist es das. Ein roter Faden, der sich überall hindurchzieht … in Alltag, Vorlieben, Tätigkeiten, mal mehr mal weniger ausgeprägt bei jedem Einzelnen. Wie dieser Stil ganz genau aussieht, und was exakt das essentielle ist, das diesen Lebensstil ausmacht, das dürfen Andere beantworten, die genau diesen Stil für sich erkoren haben.

Ist Gothic mein Lebensstil?

Nein, ich denke die Frage kann ich eindeutig so beantworten. Vielleicht war er das irgendwie vor einigen Jahren, aber heute kann ich klar nein dazu sagen. Es gibt viele Berührungspunkte und eine deutliche Schnittmenge, aber MEIN Lebensstil? Nö.

Ich betone ja gerne mal, dass ich KEIN wirklicher „Grufti“ (ich mochte das Wort Gothic eigentlich noch nie) bin, sondern lediglich tendenziell „gruftaffin“ – ich wüsste kein anderes, oder besseres Wort dafür. Ich wüsste allerdings auch nicht wie ich MEINEN Lebensstil bezeichnen würde? Ich wüsste nicht mal ob es einen Namen dafür gibt oder geben kann. Es ist wohl nicht ganz 08/15, aber auch sonst nichts, dass ich in eine Wortblase stecken könnte. Vielleicht können oder möchten das die Menschen, die mich besser kennen? Meinungen und Fremdbilder hierzu höre ich mir gerne an! ;)

Ich kann mich auch nicht gut damit anfreunden Teil einer Bewegung oder Szene sein zu sollen oder zu wollen. Daher halte ich mich meist aus Diskussionen heraus, in denen es darum geht was jetzt dazugehört, oder was nicht – was „true“ ist oder was „untrue“. Das ist mir ziemlich egal. Mir ist egal wo etwas herkommt oder wo es hingehört, wenn es mich berührt, mir gefällt oder mich einfach sonst irgendwie reizt – dann ist es gut für mich.

Schubladen und mein Umgang damit …
Wer jemals erlebt hat wie ich meine Sachen sortiere, sollte diesen Absatz besser verstehen. Prinzipiell mag ich Ordnung. Manchmal sortiere ich bestimmte Dinge thematisch in bestimmte Kisten/Schränke/Fächer und bin froh, aber lange hält das nicht. Überall zottele ich immer mal wieder irgendwas heraus, trage es mit mir herum und stopfe es nach Gutdünken anschließend irgendwo hin, bis am Ende die ganze Sortierung und Beschriftung hinfällig ist.

So ähnlich funktioniert das wohl auch so rein virtuell bei mir. Gothic ist wie vieles andere, eine Schublade in die ich Dinge hinein sortiere, mir ab und an etwas herauskralle, damit herumlaufe und es irgendwo wieder hinlege. Aber da gibt es noch so viele andere Schubladen! Und in einer Schublade zu wohnen, wäre mir zu eng und vor Allem zu langweilig. Das ist wohl auch der Grund, warum ich manchmal nicht weiß wie ich irgendetwas zuordnen soll. Weil ich weder weiß aus welcher Kiste es kam, noch in welche ich es hinein legen sollte.

Weil mir dieser Vergleich gefällt, sollte ich meinen Lebensstil vielleicht künftig als „Urchaos-Schubladen-Entsortierung“ bezeichnen! Wenn das nicht morgen schon in einer Kiste liegt die ursprünglich für etwas völlig anderes gedacht war.

September-Beitrag zum Gothic-Friday-Projekt.