Von Mauern und Menschen

Ye olde Bonn Ich war kürzlich für ein paar Tage in Bonn. Ich liebe Bonn. Es ist soooo hübsch! Immer wenn ich durch die Stadt fahre oder gehe (oder durch eine andere Stadt mit ähnlich hübschen alten Häuschen), muss ich mich bremsen nicht vor jedem dieser Gebäude stundenlang stehen zu bleiben und zu betrachten, aufzusaugen, zu träumen …

Ich möchte alles anfassen, mit den Fingern den Stuck entlang fahren und Reste alter Farbschichten entdecken. Wer hat hier wohl gewohnt und wann? Waren sie glücklich? Was hat sich hier abgespielt? Kleine Dramen, wichtige Geschäfte, Alltagsleben? Hat schon jemand sehnsüchtig aus diesen Fenstern geblickt? Wohin wollten die Gedanken, die aus diesem Fenster flohen?

Es sind weder gewichtige Politik oder kulturelle Veränderungen noch andere große, welterschütternde Ereignisse, das ich in den alten Spuren des Mauerwerks suche. Es ist Leben. Altes, vergangenes Leben. Schicksale, Wünsche und Träume – kleine Geschichten die hier geschehen sind, unbeachtet von der Zeit und unbeachtet von allen anderen. Augenblicke die im großen Ganzen kaum mehr ins Gewicht fallen, aber vor vielen Jahren eine einzelne Person ins Herz getroffen haben. Wer hat hier geweint? Wer hat gelacht?

Man möchte sich fast an eine Mauer drücken, in der Hoffnung auf eine mysteriöse Vision der vergangenen Ereignisse, Leben, Menschen und Schicksale die an diesem Stein vorbei gezogen sind, daran riechen in der Hoffnung einen Hauch Vergangenheit zu erhaschen. Darum liebe ich sie, die alten Häuser. Sie stecken voller Geschichten und Geheimnisse, die sie uns nie verraten, aber immer spüren lassen.

Geht es eigentlich nur mir so?