Einfach mal machen

Ich möchte etwas verändern, mich verändern. Schon seit Jahren begleitet und bedrückt mich das Gefühl, dass was ich tue falsch ist, dass ich zu gedankenlos bin. Aber das ist ein wenig wie mit dem Rauchen.

Man denkt: Ach eigentlich ist das total unnötig, sogar schlecht, schmeckt scheiße und eigentlich sollte ich aufhören … aber: Ach komm, die Eine rauch ich jetzt noch … irgendwann, nächste Woche, nächstes Päckchen, nächstes Jahr. Aber den Arsch hoch bekommt man dann irgendwie doch nicht. Ach das bisschen; Ach nur das eine Mal, dass macht es jetzt auch nicht mehr aus …

SCHLUSS!!!

Butter bei die Fische! Ich muss etwas ändern, sonst verfolgt mich ewig mein schlechtes Gewissen. Ich habe Pläne, gute Vorsätze! Und zwar nicht irgendwann, oder zum Jahreswechsel, oder ab nächsten Ersten, sondern JETZT! Zwar habe ich auch bisher immer Mal wieder versucht „bessere“ Dinge zu kaufen, aber viel zu inkonsequent.

Jedes Mal wenn auf meinem Brot irgend so Supermarkt-Plastikwurst von wo auch immer landet, ärgere ich mich, denn ich bin ja nicht blöd und weiß dass wo auch immer der Kram herkommt, wahrscheinlich eine Folteranlage steht. Ich möchte mich über mein Essen nicht ärgern müssen. Darum bleibt so ein Schrott ab jetzt von meinem Brot weg. Ich werde keinen bequatschen und missionieren, aber ich möchte das einfach nicht mehr. Basta. Und nein, ich bin jetzt kein Vegetarier. Ich werde die Woche mal schauen fahren, ob ich beim Martinshof (oder Ähnlichem) irgendwas Leckeres zu Futtern finde. Wir werden sehen.

Drogenproblem?

Außerdem habe ich gerade durch meine ganzen Ausmiste-Aktionen in der letzten Zeit mal vor die Augen geführt was in meinem Kleiderschrank lauert. Vor allem was für Schund und wo der herkommt und was ich dafür bezahlt habe und ob es mir das Wert war. Von einem zum anderen Teil wurde mir klarer, dass das eine Katastrophe ist. Da sind wir bei meinem Problem … ich bin halt eine kleine Tussi! Ich könnte mir dauernd hübsche Klamotten kaufen und wenn man dann noch das Gefühl hat ein Schnäppchen gemacht zu haben ist das Crack und Koks! Aber nun mal Crack und Koks, das Hochgefühl geht ziemlich schnell wieder weg und dann sitzt man da, mit dem 20. seelenlosen T-Shirt und fragt sich ob das wirklich sein musste. Schon wandert ein weiteres Teil Massenware in den Textilfundus, man verdrängt den fiesen Beigeschmack und irgendwann winkt sicher schon der neue, ebenso kurze Rausch. Das kann so nicht weitergehen. Ich bin umzingelt von seelenloser Massenware, im Regelfall gefertigt auf dem Rücken von Natur und Menschen.

Schluss damit!

Ich werde mich ändern. Zumindest habe ich es vor. Das wird auf einen Schlag nicht funktionieren, das ist mir klar … aber ich will es versuchen. Wenn ich etwas kaufe, will ich mich besser darüber informieren. Und besser abwägen ob es mir das Wert ist. Nicht nur der monetäre Betrag, sondern auch der ökologische und soziale Preis, den irgendwer dafür bezahlt. Das wird nicht einfach. Ich werde einigen Dingen sicherlich hinterherweinen und neidisch gucken, wenn jemand anderes einfach so weiter macht und gedankenlos durch die Welt spaziert. Ich werde bestimmt auch auf so manchen Etikettenschwindel hereinfallen, in einem schwachen Moment kurz rückfällig werden und manchmal sicher auch keine gute Alternative für etwas finden. Aber ich will, dass zumindest irgendetwas an den Sachen, für die ich mein Geld hergebe gut ist. Sei es dass die Materialien den Kauf rechtfertigen oder dass ich weiß wer und wo das Ding gefertigt hat sowie das dies meinen Ansprüchen genügt. Idealerweise sollte beides passen, aber das wird wohl in den seltensten Fällen gehen, leider. Und wenn es gerade zu teuer ist, dann gibt es eben weniger oder gar nichts! Qualität statt Quantität und ausgelebtem Trendhurentum!

Adieu, lieber Moderamsch!

Ab jetzt heißt es nicht ohne ein wenig Abschiedsschmerz: Byebye H&M, Karstadt, Markensneaker, QueenOfDarkness, EMP, Modeschmuck-Ramschladen, Trendfirlefanz und wie ihr nicht alle heißt, war nett mit euch aber ich sehe für unsere Beziehung keine Zukunft. Pünktlich noch vor der Eröffnung des nächsten großen Trendy-Billigprodukt-Geschäftes (Primark) in Saarbrücken. Wahrscheinlich werde ich mal reingehen und mir das ansehen, aber das war es auch. Es wird mir schwer fallen, aber ich will es so. Drückt mir bitte die Daumen für mein Vorhaben!

Ich berichte dann über Fortschritte oder anderes Interessantes dazu, wenn mir etwas einfällt. Und für meinen Shop Piercing Princess arbeite ich momentan mit Andi auch an einer „großen Vergrünung“ – was jedoch noch ein bisschen schwieriger ist. Aber zumindest Strom, Geräte und die meisten Packmaterialien sind inzwischen umgestellt und wir geben nicht auf!

Fotoquelle: antwerpenR