Der erste Schnee …

Der erste Schnee in Saarbrücken 2012

… immer wenn der erste Schnee fällt, werde ich ein bisschen komisch. Dabei geht es gar nicht um Schnee, um Winter oder gar um Weihnachten. Es geht um Nichts. Und es geht um Alles. Es geht um die Zeit die schon war und die Zeit die noch kommt. Es geht um Dinge die der Schnee verdeckt und um Dinge die bei Tauwetter wieder hervortreten. Es geht um die Welt. Es geht um mich.

Man könnte sagen, ich werde melancholisch … aber das trifft es nicht wirklich. Ich weiß nicht wieso es der Schnee ist, der das immer wieder tut – mich mit der Nase darauf stößt was immer wieder schief läuft, Jahr für Jahr. Was immer besser geworden zu sein scheint und es doch nie ist. Weil es wartet und brütet, das ganze Jahr, um mit dem nächsten Schnee noch mächtiger zurück zu kehren. Jedes Jahr die gleiche Leier. Jedes Jahr freue ich mich wie ein kleines Kind auf den ersten Schnee doch sobald er da bin ich erst furchtbar entzückt und mutiere dann zum Trauerklos mit dem tiefen Drang nur noch hochtragische Dunkelschmalzlyrik mit postpubertären Einflüssen zu verfassen bis das nächste Frühjahr kommt.

Glücklicherweise hält der Zustand nicht tatsächlich bis ins nächste Frühjahr hinein, sondern nur bis der erste Schnee wieder getaut ist. Von da an sammelt sich alles im Mimimi-Pool für den nächsten ersten Schnee. Nächstes Jahr. Nächsten Winter.