Black Swan

Ich war vergangene Woche endlich in Black Swan. Und ich habe das Gefühl ich bin der letzte Mensch der diesen Film gesehen hat, aber sei es drum. Ich habe mich ja viele, viele Wochen schon auf den Film gefreut, aber es hat einfach gedauert bis ich die Zeit gefunden habe ins Kino zu gehen.

Aber wie fast immer im Kino hatte ich das Glück ein paar nervige Zuschauer um mich herum sitzen zu haben. Abgesehen von Lachern und Getuschel von hinter mir, an den eindeutig falschen Stellen für so was, haben sich direkt neben mir zwei etwas ältere Damen platziert die mir zeitweilig etwas auf den Keks gingen. Erst zu spät kommen und plappern während der Film schon angefangen hatte (Hallooooo??? Da tanzt jemand! Also Schnauze!!), während dem Film permanent Privatgespräche und unqualifizierte, doofe Kommentare und schließlich hatte die eine von beiden es sich zur Aufgabe gemacht meine Cola mit ihrem Bein einzuquetschen und zu wärmen (na lecker!).

Was soll ich sagen? Psychothriller, Psychodrama, Psychogramm? Auf jeden Fall grandios! Die Schwanensee-Musik ist ja ohnehin schon sehr Gänsehaut-Fördernd, aber dann auch noch diese Bilder … *hach* … einfach zu schön! Ich sage nur: Die Flüüügel! Wir haben eine strenge Mutter die ihre Tochter extrem umsorgt und zum Erfolg drängen will, um vermutlich ihre eigene vermurkste Tanzkarriere wieder gut zu machen (Klischee eigentlich, aber super umgesetzt in diesem Fall). Passend dazu ihre gestörte Tochter Nina, die in ihrem zwanghaften Drang nach Perfektion in den Wahnsinn zu gleiten scheint. Auf der Suche nach einem Teil von sich selbst, den Sie selbst stets leugnen würde. Der Film zeichnet in der „echten“ Welt die Geschichte des Bühnenstücks (Schwanensee) sehr eigentümlich nach. Ich habe eine große Schwäche für Filme mit einer solchen Doppelgeschichte, besonders wenn das Ganze so schräge und irre Züge annimmt wie hier. So irrsinnig wie einige der Charaktere doch sind, so gut kann man (oder zumindest ich) sich in sie einfühlen, insbesondere in die von Perfektion und Erfolg besessene Nina. Auch das ist ein Punkt der den Film sehr sehenswert macht, aber er geht einem dadurch halt auch sehr nahe. Die Grenzen zwischen Realität und Wahnvorstellung schwimmen und nie ist man so sicher was nun wie zu deuten ist. Beim Verlassen des Kinos hatte ich auch erst einmal zu schlucken und ein wenig darüber nachzudenken, was ich da gerade alles gesehen hatte. Ich will jetzt auch nicht zu viel herum philisophieren, aber auf jeden Fall muss ich den bei Gelegenheit noch mal gucken.

Wer also nicht zu zartbesaitet ist und es noch nicht getan hat, sollte sich den Film wirklich einmal ansehen.
Aber die Meisten werden das wohl ohnehin schon getan haben.