Baby’s in Black

Nicht nur für Beatles-Fans:
Baby’s in black – The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe

Baby's in Black - Reprodukt Verlag - Arne Bellstorf - TitelseiteBaby's in Black - Reprodukt Verlag - Arne Bellstorf - Innenseiten

Baby's in Black - Reprodukt Verlag - Arne Bellstorf - DetailansichtBaby's in Black - Reprodukt Verlag - Arne Bellstorf - Rückseite

Es nagt an mir, das schlechte Gewissen … schon zu lange liegt dieses großartige Comic-Buch hier und möchte von mir vorgestellt werden. Denn es ist wirklich toll, wenn auch recht außergewöhnlich (aber ich mag ja bekanntlich Außergewöhnliches).

Die Außergewöhnlichkeit liegt zum einen in der Dicke des Buches (das ist man von Comics/Graphic Novels ja bis auf Ausnahmen eher nicht gewohnt), zum anderen in den Zeichnungen und außerdem auch in der Story. Aber jetzt der Reihe nach:

Die Story:
Das dicke Buch aus dem Reprodukt-Verlag beheimatet die zarte, melancholische und tragische Geschichte einer jungen Fotografin und eines englischen Musikers im Hamburg von 1960. Die Fotografin Astrid Kirchherr gelangt nach einem Streit mit ihrem Freund auf ein Konzert einer noch unbekannten, englischen Band, die gerade in Hamburg zu Gast ist und im Kaiserkeller auf Sankt Pauli regelmäßig Konzerte gibt. Diese englischen Jungs nennen sich „The Beatles“ und begeistern Nacht für Nacht die Hamburger Jugendlichen – so auch Astrid. Einer der Musiker nimmt sie jedoch besonders gefangen: Stuart Sutcliffe!
Das Buch erzählt die Geschichte dieser beiden jungen Leute, von ihrer Liebe und ihrer Gemeinsamen Zeit. Abgesehen davon, dass die Geschichte ja nun auf tatsächlichen Ereignissen beruht,* geht einem diese, in weiten Teilen wenig spektakuläre, Story durch ihren einzigartigen Erzählstil sehr nah (also, mir zumindest). Wer sich also auch für eine sanfte, ruhige und berührende Geschichte in Comic-Form – frei von Spannung, Action oder Fantasy begeistern kann, dem sei das Buch wirklich ans Herz gelegt!

*Arne Bellstorf entwickelte den Comic aus persönlichen Gesprächen mit Astrid Kirchherr. Wer sich genauer für die Enstehungsgeschichte interessiert, kann auch im Produktionsblog des Autors nachlesen.

Die Zeichnungen:
Den Zeichenstil, der sich durch diese Graphic Novel zieht, würde ich als reduziert-naiv bezeichnen. Einfache Formen, wenig Schnick-Schnak, schwarzweiß und mit einer Schraffur, die an Kinderzeichnungen erinnert prägen das Bild der erzählenden Bilder. Und genau dieser Stil harmoniert unglaublich gut mit der ruhigen Geschichte, die damit erzählt werden soll. Wieder ein Buch, dessen Zeichnungen mich erst skeptisch gemacht haben, die im Verlaufe der Geschichte aber lieben gelernt habe.

Anmerkungen:
Wie gesagt, das Buch ist relativ dick, aber nicht zu dick (165 x 225 x 25 mm), der matte Umschlag fasst sich sehr angenehm an (ich liebe Papier mit toller Haptik!), die Innenseiten sind in schwarz-weiß auf ungestrichenes, einfaches Papier gedruckt wurde. Das erste was mich an dem Buch angesprochen hat war übrigens (überraschenderweise ;) ) das Cover mit den beiden Portraits und der negativen Tusche-Schrift.

Die harten Fakten:
Reprodukt-Verlag | Autor und Zeichner: Arne Bellstorf

Baby’s in black – The story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe
> Softcover mit mattem Einband
> 216 Seiten
> Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2010

Zu kaufen gibt es das wunderbare Stück übrigens hier.

Und zum Schluss noch ein wenig passende Musik dazu: