18 verdammte Kilometer!!!

Simones Cube Mountainbike … bin ich gefahren. Mit einem Rad!

Was für die meisten Leute und so ziemlich alle Kinder absoluter Kikifax ist, hat mich vor eine echte Herausforderung gestellt: Radfahren!

Ich glaube ich habe ungelogen 15 Jahre lang, nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen. Ich war der Überzeugung, ich kann das nicht mehr – der Überzeugung, dass ich der erste und einzige Mensch bin, der Fahrradfahren völlig verlernen kann und sich SOFORT aufs Gesicht legt, wenn er es versucht. Andi sah das anders. Außerdem wollte er gerne Rad fahren – mit mir!

Also musste ein Fahrad her! Weil ich bekanntermaßen einen kleinen Farb-Fetisch habe, auch direkt mit farblich perfekt passendem Helm und Handschuhen. Ich habe mich echt vor dem ersten Fahrversuch gefürchtet, aber irgendwie ging es dann doch recht schnell wieder … erst vor der Haustür, dann auf der Straße und schließlich noch einen kleinen Abstecher ins nächste Wäldchen. Ich habe alles überlebt, bin nicht gestürzt und die schlimmste „Verletzung“ war der Stich einer blöden Schmuddelmücke irgendwo im Wald, der leider fast handtellergroß angeschwollen ist (ab da mit Mückenspray!).

Dreimal waren wir im Wäldchen um die Ecke um einige recht wackelige Fahrübungen für mich zu veranstalten. Als wäre es nicht schon Überwindung genug gewesen überhaupt Rad zu fahren, sollte ich plötzlich auch noch schnell, kleine Abhänge runter und über Stufen in Waldweg einfach drüber fahren. Der HORROR!

Heute wollten wir die erste „größere“ Tour fahren, im Saarbrücker Stadtwald/Urwald. Nur ein kleines Stückchen hoch bis zu dem Weiher und wieder zurück – so maximal 8–9 Kilometer sollten das werden. Ich hatte ernste Zweifel, ob ich das packen würde. Zwischendurch kamen wir an einer Karte vorbei und ich war traurig, dass das Fledermaus-Quartier so weit weg war: Viiiel zu weit für heute (denkste!)!

Aber irgendwie haben wir es geschafft ein- bis zweimal falsch abzubiegen, bzw. wir dachten es wären Wege, wo keine waren und mussten dann woanders lang. Als wir fertig waren (und wir waren nicht nur fertig, sonder auch fertig!) sagte der Tacho 18 Kilometer!! Zugegebenermaßen mussten wir auf dem Rückweg an ein paar Steigungen schieben, meine Beine wollten auch einfach nicht mehr. Trotzdem: 18 verdammte Kilometer! Berg auf und ab (und das nicht zu knapp!). Ich habe einen neuen persönlichen Schnelligkeitsrekord aufgestellt (den jeder Andere vermutlich für Pille-Palle halten würde) und bin, zumindest für mich, unfassbare steinige und rumpelige Hänge (ich dachte, ich sterbe!) runtergefahren. Vermutlich alles nix wildes, aber ich fühle mich gerade wie ein Superheld! Abgesehen davon, dass mit gerade verdammt viel weh tut, ich Schmerzen an diversen Stellen habe und mich jetzt einfach nur noch auf Essen und Couch freue. Und immerhin kamen wir auch am Fledermaus-Quartier vorbei, yay!

Huldigt der Fahrrad-Prinzessin!!

Da Andi eine iPhone-App hat mitlaufen lassen, während wir unterwegs waren, gibt es sogar eine Routenaufzeichnung von unserem Ausflug. Wir waren fast vier Stunden unterwegs – mussten Zwischendurch aber auch einige Pausen einlegen. Das heute war jedenfalls vermutlich die erstaunlichste und größte sportliche Leistung meines bisherigen Lebens!